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(26.08.2012) Wenn man viel draußen unterwegs ist kann man das bestätigen: Im Biosphärengebiet Schwäbische Alb gibt es eine sehr hohe Fuchspopulation und das nicht nur auf Feldern und im Wald sondern auch zunehmend in Ortschaften und Städten. Gleichzeitig nimmt die Verbreitung des Fuchsbandwurms weit über dem Landesdurchschnitt zu. Das geht aus der Antwort des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) auf eine Anfrage des Münsinger Landtagsabgeordneten Andreas Glück (FDP) hervor.
Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb gehört zu denjenigen Regionen in Baden-Württemberg, in der Füchse am häufigsten mit dem Fuchsbandwurm infiziert sind. Das MLR weist das Gebiet als besonders gefährdet aus. Untersuchungen gehen davon aus, dass 40-50% der Füchse im Biosphärengebiet befallen sind. Dennoch sieht Agrarminister Bonde keinen staatlichen Handlungsbedarf. Das Gefährdungspotenzial, sich mit dem Fuchsbandwurmerreger zu infizieren, sei für Menschen „relativ gering“.
Lösungsansätze sieht Andreas Glück in einer stärkeren Bejagung der Füchse oder möglicherweise einer flächendeckenden Entwurmung. Dies wird von der Landesregierung aus Kostengründen aber auch aus ökologischer Sicht mit der Begründung abgelehnt, die Bandwurmeier überdauern in der freien Natur lange Zeiträume. Um Übertragungen zu verhindern, müsste der Infektionszyklus „großräumig und längerfristig vollständig unterbrochen“ werden. Dies gehe nur über breit ausgelegten Ködern mit Entwurmungsmittel.
Stattdessen setzt das Ministerium auf präventiven Gesundheitsschutz. Abwaschen oder Erhitzen von Obst und Gemüse, sowie durch die Entwurmung von Hunden und Katzen.
Der FDP-Abgeordnete und Mediziner Glück bestätigt die präventiven Maßnahmen, kritisiert jedoch, dass die Landesregierung nicht dazu bereit ist, Maßnahmen zu ergreifen, um die hohe Fuchspopulation in den Griff zu bekommen oder zumindest die Durchseuchung mit Echinokokken zu bekämpfen. Eine Verharmlosung der Echinokokkose-Erkrankung, die für Menschen einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen kann, sei nicht angebracht. „Das Risiko, sich mit dem Fuchsbandwurm-Erreger zu infizieren, mag relativ gering sein. Dennoch darf der Minister nicht nur auf Kosten und Aufwand verweisen. Die vorgelegten Zahlen lassen klar erkennen: Das Problem Fuchsbandwurm hat sich in den letzten Jahren verschärft. Ohne Eindämmungsmaßnahmen besteht das Risiko, dass sich die Erreger weiter ausbreiten. Statt bei der derzeit anstehenden Novellierung des Landesjagdgesetzes über Schonzeiten von Füchsen zu diskutieren, muss die Landesregierung Sorge tragen, dass der Gesundheitsschutz der Menschen eine Berechtigung findet“, so Andreas Glück.
Artikel im Albboten vom 27.08.2012 >>
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